Über das Werk
Rose Bernd ist ein Schauspiel in fünf Akten, das Gerhart Hauptmann zwischen April und September 1903 schrieb. Anstoß war ein Gerichtsprozess, in dem Hauptmann als Geschworener über eine wegen Kindsmords angeklagte Landarbeiterin urteilte. Die Uraufführung fand am 31. Oktober 1903 im Deutschen Theater Berlin statt.
Handlung
Die 22-jährige Magd Rose Bernd wird schwanger und heiratet überstürzt, um der Schande zu entgehen; sie wird vergewaltigt und tötet am Ende ihr neugeborenes Kind. Die Figuren sprechen schlesischen Dialekt.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück knüpft an die Tradition des bürgerlichen Trauerspiels an, verurteilt seine Protagonistin aber nicht, sondern macht starre gesellschaftliche Normen für die Katastrophe verantwortlich. Es wurde zweimal verfilmt, 1919 mit Henny Porten und 1957 unter Regie von Wolfgang Staudte mit Maria Schell.