Über das Werk
Rodrigo, im Original „Vincer se stesso è la maggior vittoria“ (Sich selbst zu besiegen ist der größte Sieg), ist Händels erste italienische Oper. Der Zweiundzwanzigjährige komponierte sie vermutlich im Sommer 1707, vermutlich während eines Aufenthalts am Hof des Marchese Francesco Maria Ruspoli in Rom, für eine Aufführung am Hof des Großherzogs der Toskana in Florenz. Die Uraufführung fand im Herbst 1707 am Teatro del Cocomero statt, belegt durch Tagebucheinträge zu fünf Vorstellungen zwischen dem 9. und 22. November.
Handlung
Der iberische König Rodrigo lässt sich von Macht- und Herrschsucht leiten und verstrickt sich in einen Konflikt mit seiner verlassenen Geliebten Florinda und deren Bruder Giuliano. Erst durch die Treue seiner Gattin Esilena und die drohende Eskalation des Krieges wird Rodrigo zur Einsicht geführt. Am Ende verzichtet er auf den Thron zugunsten von Florinda und Evanco und ermöglicht so den Frieden.
Kulturelle Bedeutung
Die Partitur ist nur fragmentarisch überliefert; da der gedruckte Librettotext von 1707 erheblich von der erhaltenen Kompositionspartitur abweicht, ließ sich die Uraufführungsfassung erst durch eine kritische Neuedition 2007 rekonstruieren. Als Händels erste italienische Oper markiert Rodrigo den Beginn seiner Auseinandersetzung mit der italienischen Operntradition, die er kurz darauf in Rom und Venedig fortsetzte.