Über das Werk
"Riccardo Primo, re d'Inghilterra" ist eine Opera seria in drei Akten von Georg Friedrich Händel auf ein Libretto von Paolo Antonio Rolli, das dieser nach Francesco Brianis Textbuch "Isacio tiranno" (1710 von Antonio Lotti vertont) einrichtete. Händel begann die Komposition im Frühjahr 1727 und schloss eine erste Fassung im Mai ab; nach dem Tod König Georgs I. blieben die Theater bis zum Herbst geschlossen, sodass die Oper erst am 11. November 1727 am King's Theatre in London uraufgeführt wurde - auch als Hommage an den neuen König Georg II. und an England, dessen Staatsbürgerschaft Händel kurz zuvor erhalten hatte.
Handlung
Ein Sturm vor Zypern zerstört die Flotte des englischen Königs Riccardo (Richard Löwenherz), der seine Verlobte Costanza von Navarra heimholen wollte. Verkleidet dringt er an den Hof des Tyrannen Isacio, der Costanza gefangen hält und seine eigene Tochter Pulcheria als sie ausgeben will. Nach Verwicklungen um Intrigen und vertauschte Identitäten besiegt Riccardo Isacio und wird mit Costanza vereint.
Kulturelle Bedeutung
Der Stoff war insofern eine Ausnahme, als Händel hier das einzige Mal in seinem Opernschaffen einen Gegenstand der englischen Geschichte wählte. Trotz der patriotischen Anlage und einer sorgfältig zwischen den rivalisierenden Sopranistinnen Francesca Cuzzoni und Faustina Bordoni austarierten Rollenverteilung blieb der Bühnenerfolg aus; Händel nahm das Werk nie wieder auf, verwertete aber allein 13 seiner Arien in acht späteren Produktionen weiter.
