Über das Werk
Requiem ist ein Ballett des niederländischen Choreografen Toer van Schayk aus dem Jahr 1990, entstanden für Het Nationale Ballet zu Wolfgang Amadeus Mozarts Totenmesse. Van Schayk gehört neben Rudi van Dantzig und Hans van Manen zum choreografischen Dreigestirn, das die Compagnie ab den 1960er-Jahren international prägte. Für sein Ballett schuf er eine eigene, freie Übersetzung der lateinischen Requiem-Texte.
Handlung
Requiem erzählt keine Handlung im engeren Sinn, sondern verdichtet Trauer, Trost, Einsamkeit und Gemeinschaft angesichts des Todes zu einem großen choreografischen Fries. Van Schayks Bewegungssprache übersetzt Mozarts liturgische Sätze in Bilder kollektiven Schmerzes und stiller Tröstung; ein zentrales Motiv ist die Unausweichlichkeit, am Ende „die Rechnung begleichen" zu müssen.
Kulturelle Bedeutung
Requiem zählt zu den bedeutendsten Werken van Schayks und wird regelmäßig im Repertoire des Nationale Ballet wiederaufgenommen, unter anderem zu runden Geburtstagen des Choreografen. Es steht exemplarisch für die niederländische Ballett-Tradition, geistliche Musik unmittelbar körperlich und existenziell zu deuten, statt sie nur zu illustrieren.