Über das Werk
Karel Čapek schrieb das Kollektivdrama 1920 in Prag; sein Bruder, der Maler und Schriftsteller Josef Čapek, schlug ihm dabei nach eigener Aussage Čapeks das Wort „Roboti“ für die künstlichen Arbeiter vor, weil ihm dessen ursprüngliche Idee „Laboři“ zu gestelzt erschien. Die tatsächlich erste Aufführung fand, ohne Wissen des Prager Nationaltheaters, bereits am 2. Januar 1921 durch die Laientruppe Klicpera im ostböhmischen Hradec Králové statt, weil sie ein Schreiben zur Verschiebung nicht rechtzeitig erreichte; die offizielle Premiere am Prager Nationaltheater folgte am 25. Januar 1921. Innerhalb weniger Jahre wurde das Stück in über dreißig Sprachen übersetzt und weltweit gespielt.
Handlung
Auf einer abgelegenen Insel produziert die Fabrik Rossum’s Universal Robots künstliche, menschenähnliche Arbeiter, die weltweit menschliche Arbeitskraft ersetzen sollen. Als die Fabrikleitung den Robotern zunehmend menschliche Eigenschaften wie Schmerzempfinden verleiht, entwickeln diese ein Bewusstsein für ihre Ausbeutung und erheben sich in einem globalen Aufstand, dem fast die gesamte Menschheit zum Opfer fällt. Am Ende entdecken zwei Roboter, die zueinander Zuneigung entwickeln, Gefühle wie Liebe und Selbstlosigkeit und werden zu Hoffnungsträgern eines neuen Anfangs.
Kulturelle Bedeutung
Mit „R.U.R.“ prägte Čapek das international übernommene Wort „Robot“, abgeleitet vom tschechischen „robota“ (Frondienst, Zwangsarbeit), und lieferte damit einen der folgenreichsten Begriffe der modernen Science-Fiction. Das Stück gilt als Schlüsseltext der frühen Auseinandersetzung mit Technikfolgen und künstlicher Intelligenz und wurde bereits in den 1920er-Jahren weltweit nachgespielt.
