Über das Werk
Oper von Paul Dessau nach Bertolt Brechts Schauspiel „Herr Puntila und sein Knecht Matti“, für das Dessau bereits 1949 die Bühnenmusik zur Berliner Erstaufführung geschrieben hatte. Peter Palitzsch und Manfred Wekwerth straften den Theatertext 1956 zum Libretto, Dessau komponierte die Musik 1956–1959; die Uraufführung fand am 15. November 1966 an der Deutschen Staatsoper Berlin in der Regie von Ruth Berghaus statt.
Handlung
Der finnische Gutsbesitzer Puntila ist nüchtern ein Tyrann, betrunken dagegen ein leutseliger Menschenfreund, der sich seinem Chauffeur Matti anvertraut und ihn mit seiner Tochter Eva verheiraten will. Matti erkennt, dass diese Vertraulichkeit nur dem Alkohol entspringt, und verlässt am Ende das Gut.
Kulturelle Bedeutung
Dessau setzt Zwölftontechnik für die herrschende Schicht und volkstümliche Melodik für die einfachen Figuren ein und lässt beide Ebenen ineinandergreifen; die Uraufführung wurde als Einzug des modernen Theaters in den Opernbetrieb der DDR gewürdigt und gastierte unter anderem bei den Wiener Festwochen und dem Maggio Musicale Fiorentino.