Über das Werk
Tragédie en musique in fünf Akten von Jean-Baptiste Lully nach einem Libretto von Philippe Quinault, uraufgeführt am 3. Februar 1680 am Hof Ludwigs XIV. in Saint-Germain-en-Laye. Das Werk markierte die Rückkehr der Zusammenarbeit von Lully und Quinault, die durch den Skandal um Isis 1677 unterbrochen worden war, und beruht auf dem Mythos von Ceres und ihrer Tochter Proserpine aus Ovids Metamorphosen.
Handlung
Der Unterweltgott Pluto entführt Proserpine, die Tochter der Erdgöttin Ceres, um sie zur Frau zu nehmen. Ceres durchsucht verzweifelt die Welt nach ihrer Tochter und lässt die Erde in ihrer Trauer veröden. Erst ein Eingreifen der Götter beendet ihre Verzweiflung, während Proserpine sich mit ihrem Los in der Unterwelt versöhnt.
Kulturelle Bedeutung
Proserpine gilt als musikalisch fortschrittlich: Mit dem Duett der Bässe Pluto und Ascalaphe schuf Lully das erste reine Bassduett der französischen Operngeschichte, und der Musikwissenschaftler Jérôme de La Gorce sieht in der stärker in die Handlung eingebundenen Orchesterbehandlung einen Wegweiser für die weitere Entwicklung der Tragédie en musique.
