Über das Werk
Carl Orffs "Prometheus" vertont die "Fesselung des Prometheus" des Aischylos, das einzige erhaltene Stück von dessen Prometheus-Trilogie, im unveränderten altgriechischen Originaltext. Als Berater für die altgriechische Sprache stand ihm Werner Thomas zur Seite. Ferdinand Leitner dirigierte die Uraufführung am 24. März 1968 am Staatstheater Stuttgart, Regie führte Gustav Rudolf Sellner, Bühnenbild und Kostüme stammten von Teo Otto.
Handlung
Der Titan Prometheus wird von Zeus zur Strafe für den Diebstahl des Feuers an einen Felsen im Kaukasus geschmiedet. In neun Szenen empfängt er dort unter anderem die in eine Kuh verwandelte Io, der er ihr künftiges Schicksal prophezeit, und weist alle Versuche zurück, sich mit dem Göttervater zu versöhnen.
Kulturelle Bedeutung
Weil der altgriechische Text ohne Kürzungen oder Änderungen direkt vertont ist, gilt "Prometheus" als typisches Beispiel einer "Literaturoper". Die ungewöhnliche Besetzung mit elektronischer Orgel und Schlaginstrumenten aus aller Welt sowie die hermetische Sprache machen das selten gespielte Werk zu einem Grenzfall des Repertoires.