Über das Werk
Tragedia lirica in drei Akten von Gaetano Donizetti nach einem Libretto von Salvatore Cammarano, das Donizetti bereits 1838 für das Teatro San Carlo in Neapel komponiert hatte. König Ferdinand II. verbot die für 1838 geplante Aufführung, weil er das Martyrium eines christlichen Heiligen für ungeeignet auf der „profanen“ Opernbühne hielt; Donizetti arbeitete das Werk daraufhin mit Eugène Scribe zur vieraktigen Pariser Grand opéra „Les martyrs“ um (uraufgeführt 1840). Die italienische Originalfassung „Poliuto“ erreichte die Bühne erst am 30. November 1848 am Teatro San Carlo – Monate nach Donizettis Tod.
Handlung
Der armenische Adlige Poliuto lässt sich heimlich zum Christentum taufen, während seine Frau Paolina zunächst den heidnischen Kulten treu bleibt. Als Poliutos Glaube entdeckt wird, folgt ihm die inzwischen selbst bekehrte Paolina freiwillig in den Tod: Beide werden gemeinsam den Löwen in der Arena vorgeworfen.
Kulturelle Bedeutung
Trotz der um zehn Jahre verspäteten Uraufführung entwickelte sich die kompaktere italienische Fassung zu einem der erfolgreicheren Werke Donizettis im späteren 19. Jahrhundert, während die Pariser Fassung „Les martyrs“ weitgehend aus dem Repertoire verschwand.
