Über das Werk
Pia de’ Tolomei ist eine Tragedia lirica in zwei Teilen von Gaetano Donizetti nach einem Libretto von Salvadore Cammarano, das auf Bartolomeo Sestinis Versnovelle und letztlich auf einer kurzen Erwähnung der Pia de' Tolomei in Dantes Purgatorio (V. Gesang) beruht. Nachdem das Teatro La Fenice, für das die Oper geplant war, am 12. Dezember 1836 abgebrannt war, fand die Uraufführung am 18. Februar 1837 stattdessen am Teatro Apollo in Venedig statt.
Handlung
Ghino, Vetter des Adligen Nello, liebt Pia, wird aber zurückgewiesen und fälscht daraufhin Beweise für ihre Untreue. Als Pia sich heimlich mit einem Mann trifft – in Wahrheit ihr Bruder Rodrigo, ein politischer Gefangener, dem sie zur Flucht verhilft –, hält Nello sie für schuldig und lässt sie einkerkern. Erst auf dem Sterbebett gesteht Ghino die Intrige; Nello eilt herbei, um die von ihm veranlasste Vergiftung Pias zu stoppen, kommt aber zu spät. Pia verzeiht allen, bevor sie stirbt.
Kulturelle Bedeutung
Das erste Finale wurde bei der Uraufführung ausgepfiffen; Donizetti überarbeitete das Werk danach zweimal, unter anderem musste Pia in der neapolitanischen Fassung von 1838 auf behördliche Anordnung überleben. Die Oper gilt wegen ihrer knappen, zugespitzten Dramatik als eine der Donizetti-Opern, die Verdis Stil am deutlichsten vorwegnehmen; eine kritische Ausgabe von Giorgio Pagannone (2007) dokumentiert alle drei Fassungen.
