Über das Werk
Phormio wurde 161 v. Chr. bei den Ludi Romani uraufgeführt und beruht auf Apollodoros von Karystos' verlorenem „Epidikazomenos“ (Der Kläger). Es ist das einzige der sechs Terenz-Stücke, dessen Titel vom griechischen Original abweicht: Terenz benannte es nach seiner Titelfigur, einem Parasiten – keinem Sklaven, sondern einem freien Trittbrettfahrer, der sich durch Gefälligkeiten für Reiche über Wasser hält.
Handlung
Die Athener Demipho und Chremes sind verreist und haben ihre Söhne Antipho und Phaedria dem Sklaven Geta anvertraut. Phaedria liebt die Harfenspielerin Pamphila, kann sie sich aber nicht leisten; Antipho hat auf Phormios Rat die mittellose Phanium über ein obskures Vormundschaftsgesetz geheiratet, ohne zu wissen, dass sie Phaedrias Halbschwester aus der verschwiegenen zweiten Ehe seines Onkels ist. Phormio nutzt sein Wissen um dieses Geheimnis, um von beiden Vätern Geld für die Liebschaften der Söhne zu erpressen.
Kulturelle Bedeutung
Die Konstruktion um das Erbrecht einer Erbtochter (epikleros) gilt als eines der kunstvollsten Beispiele dafür, wie Terenz Motive der griechischen Neuen Komödie für ein römisches Publikum bearbeitete.
