Über das Werk
Tragödie des Sophokles, uraufgeführt 409 v. Chr. bei den Städtischen Dionysien in Athen, wo sie den ersten Preis gewann.
Handlung
Der Bogenschütze Philoktet ist wegen einer eiternden Wunde und seiner Schreie von den Griechen auf der Insel Lemnos ausgesetzt worden. Da sein Bogen für den Sieg über Troja gebraucht wird, sollen Odysseus und der junge Neoptolemos ihn zurückholen. Neoptolemos gewinnt zunächst durch eine List Philoktets Vertrauen, gibt ihm aber, von Mitleid überwältigt, den Bogen zurück. Erst der als Gott erscheinende Herakles kann den verbitterten Philoktet zur Rückkehr nach Troja bewegen.
Kulturelle Bedeutung
Mit der Figur des Neoptolemos entfaltet Sophokles einen Konflikt zwischen politischem Kalkül, Ehrgefühl und Mitgefühl, der ohne den göttlichen Eingriff am Schluss unlösbar bliebe. Das Stück wird bis heute für seine Auseinandersetzung mit Leid, Ausgrenzung und Kriegstrauma aufgegriffen, etwa in Heiner Müllers Bearbeitung (1965).