Über das Werk
Schauspiel, vermutlich 1607 gemeinsam von William Shakespeare und George Wilkins verfasst; stilistischen Analysen zufolge zeichnet Shakespeare vor allem für den zweiten Teil (3. bis 5. Akt) verantwortlich. Eine Aufführung ist für die erste Jahreshälfte 1608 belegt, als der venezianische Botschafter Zorzi Giustinian das Stück in London sah. Gedruckt wurde es erstmals 1609 als textlich stark verderbte Quarto und fehlt in der First Folio von 1623.
Handlung
Perikles flieht aus Antiochia, nachdem er das Inzestgeheimnis von König Antiochus aufgedeckt hat, und gewinnt nach einem Schiffbruch in Pentapolis die Prinzessin Thaisa zur Frau. Auf der Rückreise scheint Thaisa bei der Geburt der gemeinsamen Tochter Marina zu sterben und wird auf See bestattet, überlebt aber und wird an Land von einem Arzt wiederbelebt. Marina wächst bei Pflegeeltern auf, wird von Piraten entführt und in ein Bordell verkauft, bleibt dort jedoch standhaft, bis Vater, Mutter und Tochter am Ende wieder zueinanderfinden.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück war zu Shakespeares Lebzeiten eines der populärsten seiner Werke, verschwand aber lange aus dem Kanon, weil seine Autorschaft und die schlechte Textüberlieferung umstritten waren; erst 1664 wurde es in die Dritte Folio aufgenommen. Es gilt heute als frühes Beispiel für Shakespeares spätere Zusammenarbeit mit anderen Dramatikern und für seine Hinwendung zur Romanzenform.