Über das Werk
Oper von Benjamin Britten nach einem Libretto von Myfanwy Piper, das auf Henry James' Erzählung „Owen Wingrave“ (1892) beruht; im Auftrag von BBC2 als einziges eigens fürs Fernsehen komponiertes Opernwerk Brittens entstanden und am 16. Mai 1971 als BBC-Fernsehübertragung erstgesendet. Die szenische Erstaufführung folgte am 10. Mai 1973 im Royal Opera House Covent Garden.
Handlung
Der junge Owen Wingrave, Kadett an einer Militärakademie, erklärt seinem Lehrer Spencer Coyle seinen Pazifismus und stellt sich damit gegen die seit Generationen im Krieg dienende Familientradition. Auf dem Familiensitz Paramore setzen ihn Angehörige und seine Verlobte Kate unter Druck, seine Haltung aufzugeben; als sein Großvater ihn enterbt und Kate seinen Mut infrage stellt, nimmt Owen die Herausforderung an, allein in dem als verflucht geltenden Zimmer des Hauses zu übernachten. Am nächsten Morgen wird er dort tot aufgefunden.
Kulturelle Bedeutung
Für den überzeugten Pazifisten Britten, der im Zweiten Weltkrieg den Kriegsdienst verweigert hatte, war das Werk ein persönliches Statement gegen Militarismus und Kriegstreiberei. Er bestand darauf, die Aufnahme statt in einem BBC-Studio in seinem eigenen Konzertsaal, den Maltings in Snape, produzieren zu lassen.