Über das Werk
Overture ist ein Tanzstück des spanischen Choreografen Marcos Morau, das am 28. April 2024 als Uraufführung an der Staatsoper Unter den Linden vom Staatsballett Berlin gezeigt wurde – Moraus erste Kreation als „Artist in Residence" der Compagnie. Zur live gespielten Musik dreier Sätze aus Gustav Mahlers 5. Sinfonie entwirft Morau, bekannt für seine bildgewaltigen, fotografisch intensiven Tableaus, ein politisch aufgeladenes Bewegungsfresko für großes Ensemble.
Handlung
Rund 36 Tänzerinnen und Tänzer mühen sich mit einer riesigen, am Boden liegenden schwarzen Säule ab – einem rätselhaften Objekt, das an ein Relikt aus apokalyptischen Zeiten erinnert und an ein überfülltes Boot im Mittelmeer denken lässt. Die Gruppe versucht, das Objekt zu begreifen, zu besetzen, in Besitz zu nehmen. Morau verknüpft die Säule mit dem Gedanken an die in der Antike geborene Demokratie und an gesellschaftliche Strukturen, die errichtet werden, um wieder zerstört und neu begonnen zu werden. Das Stück fragt nach Aufbruch und Transformation: Wie lange kann eine Gesellschaft ohne Veränderung überleben?
Kulturelle Bedeutung
Overture markiert den Beginn von Moraus mehrjähriger Zusammenarbeit mit dem Staatsballett Berlin unter Christian Spuck. Der Spanier, der nie eine Tänzerausbildung absolvierte und mit seiner Kompanie La Veronal zu einem der gefeiertsten Choreografen der Gegenwart wurde, bringt mit seiner expressionistischen Körpersprache und seinen filmisch komponierten Bildern eine eigenwillige, hypermoderne Handschrift auf die große Ballettbühne.
