Über das Werk
Orlando ist eine Opera seria in drei Akten von Georg Friedrich Händel nach einem anonym bearbeiteten Libretto, das auf Carlo Sigismondo Capeces „L'Orlando, overo La gelosa pazzia“ (1711) zurückgeht – letztlich inspiriert von Ludovico Ariostos Epos „Orlando furioso“. Händel vollendete die Partitur am 20. November 1732; die Uraufführung fand am 27. Januar 1733 am King's Theatre in London statt, als einzige neue Opernkomposition der Saison.
Handlung
Der Paladin Orlando liebt die Königin Angelica, die sich jedoch in den verwundeten Prinzen Medoro verliebt hat. Als Orlando die Wahrheit erkennt, verfällt er dem Wahnsinn und verwüstet die Landschaft. Der Magier Zoroastro heilt ihn schließlich mit einem übernatürlichen Trank; Orlando gewinnt seine Vernunft zurück und akzeptiert das Glück von Angelica und Medoro.
Kulturelle Bedeutung
Die Wahnsinnsszene am Ende des zweiten Akts bricht bewusst mit der Da-capo-Form: Rezitativ- und Ariosofragmente in wechselndem Takt zeichnen Orlandos Zerfall musikalisch nach und gelten als eine der kühnsten Passagen der Barockoper. Der Publikumserfolg blieb dennoch aus; Orlando wurde zu Händels Lebzeiten nicht mehr aufgeführt und war zugleich die letzte Oper, die er für den Kastraten Senesino schrieb, bevor dieser zur Konkurrenzgesellschaft wechselte.