Über das Werk
Kurzes Theaterstück von Samuel Beckett, 1980 auf Bitten des Beckett-Forschers S. E. Gontarski verfasst, der ein Stück für ein akademisches Symposium zu Becketts 75. Geburtstag an der Ohio State University in Columbus suchte; Beckett tat sich mit dem Auftragswerk zunächst schwer und arbeitete rund neun Monate daran. Die Uraufführung fand am 9. Mai 1981 im dortigen Stadium II Theater statt, in der Regie von Alan Schneider mit David Warrilow und Rand Mitchell.
Handlung
Zwei sich äußerlich stark ähnelnde alte Männer sitzen an einem Tisch. Der eine liest dem anderen aus einem Buch die Geschichte eines trauernden Mannes vor, der nächtlich von einem rätselhaften Besucher aufgesucht wird, der ihm wiederum vorliest; der Zuhörer steuert mit Klopfzeichen, wann die Lektüre weitergeht oder abbricht.
Kulturelle Bedeutung
Mit dem Doppelgängerpaar am Tisch gilt „Ohio Impromptu" als erstes Stück, in dem Beckett eine Verdopplung der Figur unmittelbar auf der Bühne zeigt, und zählt zu seinen späten, stark verknappten Reflexionen über Trauer, Erinnerung und Verlust.