Über das Werk
Oedipus Rex ist ein Opern-Oratorium von Igor Strawinsky nach Sophokles' Tragödie, mit einem Text von Jean Cocteau, den Abbé Jean Daniélou ins Lateinische übertrug; ein französisch sprechender Erzähler führt durch die Handlung. Strawinsky komponierte das Werk 1926/27 zu Beginn seiner neoklassizistischen Schaffensphase und ließ es am 30. Mai 1927 im Théâtre Sarah-Bernhardt in Paris konzertant uraufführen; die erste szenische Aufführung folgte am 23. Februar 1928 an der Wiener Staatsoper.
Handlung
Die Handlung folgt Sophokles: Der thebanische König Oidipus versucht herauszufinden, wodurch die Pest verursacht wird, die seine Stadt heimsucht, und deckt dabei schrittweise auf, dass er selbst seinen Vater erschlagen und seine Mutter Iokaste geheiratet hat. Als die Wahrheit offenbar wird, nimmt sich Iokaste das Leben, und Oidipus blendet sich selbst.
Kulturelle Bedeutung
Die Wahl des Lateinischen – für Strawinsky eine „nicht tote, aber zu Stein erstarrte“ Sprache – sollte die tragische Handlung von individuellem Ausdruck entfernen und ihr monumentale Distanz geben; stilistische Anklänge an Händel und Verdi verbinden sich mit statuarischer Bühnenwirkung. Das Werk gilt als eines der bedeutendsten Zeugnisse von Strawinskys neoklassizistischer Phase.