Octavia
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Octavia

Reinhard Keiser
Oper · 1705

Über das Werk

Barockes Singspiel in drei Akten mit Prolog von Reinhard Keiser nach einem Libretto von Barthold Feind, uraufgeführt am 5. August 1705 an der Oper am Gänsemarkt in Hamburg. Das Werk entstand als direkte Antwort auf Georg Friedrich Händels im selben Jahr komponierte, heute verlorene Oper „Nero“ zum gleichen Stoff, den Feind für Keiser dramaturgisch straffte.

Handlung

Kaiser Nero begehrt Ormoena, die Gemahlin des gefangenen armenischen Königs Tiridates, und befiehlt seiner eigenen Frau Octavia, sich das Leben zu nehmen. Piso rettet Octavia und stachelt eine Verschwörung gegen Nero an; auf Rat des Philosophen Seneca gibt sich die vermeintlich tote Octavia gegenüber Nero als ihr eigenes Gespenst aus, um ihn mit seinen Verbrechen zu konfrontieren. Von Reue erfasst, begnadigt Nero schließlich Piso und erfährt, dass Octavia noch lebt, sodass sich am Ende mehrere Paare finden.

Kulturelle Bedeutung

Octavia ist ein klangliches Experimentierfeld: Eine Arie verlangt fünf Fagotte, und das Werk führte erstmals Waldhörner in die Opernpartitur ein. Statt eines schlichten Happy Ends verbindet Keiser einen Totentanz und grotesk-satirische Züge mit ernster Politik, was das Stück bis in Wiederaufführungen in Karlsruhe (2004), Innsbruck (2017) und Halle (2025) auf den Spielplänen hält.

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