Über das Werk
Nurejew (engl. Nureyev) ist ein abendfüllendes Ballett des Choreografen Yuri Possokhov mit der Musik von Ilya Demutsky, in der Inszenierung und mit dem Libretto des Regisseurs Kirill Serebrennikow. Die Uraufführung fand im Dezember 2017 – nach einer aufsehenerregenden Verschiebung – am Bolschoi-Theater in Moskau statt. 2026 brachte das Staatsballett Berlin die Produktion als erste Compagnie außerhalb Russlands auf die Bühne. Ballett, Oper und Schauspiel verschmelzen zu einer Hommage an den Tänzer Rudolf Nurejew.
Handlung
Die Handlung entfaltet sich als aufwendig inszenierte Auktion, bei der Nurejews persönliche Gegenstände versteigert werden. Daraus entstehen Bilder aus seinem Leben: seine außergewöhnliche Karriere in der Sowjetunion, seine dramatische Flucht in den Westen 1961, sein prägender Einfluss auf das westliche Ballett sowie seine Beziehungen und seine offen gelebte Homosexualität. Possokhovs Choreografie verbindet klassische und moderne Ästhetik und lässt den Mythos Nurejew nicht als unantastbare Ikone, sondern als widersprüchlichen, mutigen und verletzlichen Menschen erscheinen.
Kulturelle Bedeutung
Nurejew wurde nach seiner gefeierten Uraufführung vielfach ausgezeichnet, sorgte aber auch für heftige Debatten: 2022 nahm das Bolschoi-Theater das Werk im Zuge verschärfter Anti-LGBTQ-Gesetze aus dem Spielplan, mit dem Verweis auf das Verbot der „Propaganda nicht-traditioneller Werte". Damit wurde das Ballett zum Symbol künstlerischer Freiheit; die Berliner Erstaufführung außerhalb Russlands besaß auch deshalb besondere Bedeutung.
