Über das Werk
Noé ist eine Oper in vier Akten von Fromental Halévy nach einem Libretto von Jules-Henri Vernoy de Saint-Georges, die die biblische Geschichte von Noah und der Sintflut frei ausgestaltet. Halévy arbeitete bis zu seinem Tod 1862 daran, ohne sie fertigzustellen; sein Schwiegersohn Georges Bizet vervollständigte die Partitur, starb aber 1875 selbst, bevor Finale und Ballettmusik ganz ausgearbeitet waren. Erst am 5. April 1885, zehn Jahre nach Bizets Tod, kam das Werk in Karlsruhe zur Uraufführung.
Handlung
Ausgehend von der Arche Noah entfernt sich das Libretto weit von der biblischen Vorlage: Es fügt einen gefallenen Engel, eine Entführung in der Wüste und eine ausgelassene Bacchanal-Szene hinzu, ehe die Sintflut über die Menschheit hereinbricht.
Kulturelle Bedeutung
Weil das Originalmanuskript verloren ist, lässt sich der Anteil Halévys an dem Bizets kaum noch trennen; für die Uraufführung wurden fehlende Passagen unter anderem mit Themen aus Bizets Les pêcheurs de perles und Djamileh ergänzt. Das Werk blieb über ein Jahrhundert nahezu unbekannt, bis 2004 im Théâtre impérial de Compiègne eine szenische Produktion samt DVD-Aufzeichnung folgte.