Über das Werk
Nitteti ist eine Opera seria in drei Akten von Tommaso Traetta nach dem gleichnamigen Libretto von Pietro Metastasio. Metastasio hatte den Text 1756 im Auftrag des Kastraten Farinelli für den Hof in Madrid verfasst, wo ihn Nicola Conforto zuerst vertonte; da Metastasio zugleich Hofdichter in Wien war, musste Kaiserin Maria Theresia die Arbeit für Madrid genehmigen. Traettas eigene Vertonung, mit einer Widmung an Herzog Francesco III. von Modena, wurde am 29. April 1757 im Teatro Pubblico von Reggio Emilia zur dortigen Theatermesse uraufgeführt und 1759 in Lucca wiederaufgenommen.
Handlung
Die Handlung spielt um 570 v. Chr. im ägyptischen Kanopus: Pharao Amasi will seinen Sohn Sammete mit der vermeintlichen Prinzessin Nitteti verheiraten, um ein Sterbeversprechen an deren Vater, den gestürzten König Aprios, einzulösen. Sammete liebt jedoch heimlich die Hirtin Beroe, worüber es zum Bruch mit dem Vater kommt, der ihn einsperren lässt. Am Ende klärt sich die Verwechslung: Beroe erweist sich als die wahre Nitteti, während die für Nitteti gehaltene Frau Amasis eigene, verloren geglaubte Tochter Amestris ist — eine Doppelhochzeit beschließt das Werk.
Kulturelle Bedeutung
Das Libretto gehört zu den meistvertonten Texten Metastasios: Mehr als 30 Komponisten, darunter Niccolò Jommelli, Johann Adolf Hasse und Niccolò Piccinni, vertonten den Stoff im Lauf des 18. Jahrhunderts. Traettas Fassung entstand für die Theatermesse 1757 in Reggio Emilia und wurde bereits zwei Jahre später in Lucca wiederaufgenommen.