Über das Werk
Niobe, regina di Tebe ist eine Oper in drei Akten von Agostino Steffani nach einem Libretto von Luigi Orlandi, das eine Episode aus Ovids „Metamorphosen“ dramatisiert. Sie wurde am 5. Januar 1688 im Salvatortheater am Münchner Kurfürstenhof uraufgeführt und war Steffanis letzte und musikalisch anspruchsvollste Oper für München, bevor er als Hofkapellmeister nach Hannover wechselte.
Handlung
König Amphione von Theben überträgt seiner Frau Niobe während einer Belagerung die Herrschaft über die Stadt. Vom Erfolg und ihrem Stolz berauscht, missachtet Niobe eine Warnung der Götter vor Hochmut. Zur Strafe werden ihre Kinder getötet, sie selbst erstarrt zu Stein, und Amphione nimmt sich das Leben; parallel dazu verhandeln mehrere Fürsten und die Priesterin Manto eigene Liebesgeschichten.
Kulturelle Bedeutung
Nach Jahrzehnten der Vergessenheit erlebte das Werk seit den 1970er-Jahren eine Wiederentdeckung, mit vielbeachteten Neuinszenierungen bei den Schwetzinger Festspielen 2008 und am Royal Opera House Covent Garden 2010. Es gilt heute als eines der bedeutendsten Beispiele dafür, wie Steffani italienischen und französischen Opernstil miteinander verband.
