Über das Werk
Oper (Tragedia) in vier Akten von Arrigo Boito, der auch das Libretto schrieb. Boito begann die Komposition um 1875 und arbeitete über vierzig Jahre daran; bei seinem Tod 1918 waren die ersten drei Akte orchestriert, der vierte nur teilweise. Antonio Smareglia, Vincenzo Tommasini und Arturo Toscanini stellten daraus eine aufführbare Fassung her; Toscanini leitete am 1. Mai 1924 an der Mailänder Scala auch die Uraufführung, mit Aureliano Pertile als Nerone und Rosa Raisa als Asteria.
Handlung
Vom Mord an seiner Mutter gequält, lässt sich Kaiser Nero auf die Machenschaften des Zauberers Simon Mago ein, während der Diakon Fanuèl eine verfolgte christliche Gemeinde anführt. Asteria schwankt zwischen dem Hof und den Christen und gerät zwischen Simon Magos Intrigen und Neros wachsenden Argwohn. Die Handlung endet mit dem großen Brand Roms, den Simon Mago mit anzettelt.
Kulturelle Bedeutung
Für einen ursprünglich geplanten fünften Akt mit Neros Tod hinterließ Boito nur eine Prosa-Skizze; die aufgeführte Fassung endet deshalb mit dem Brand Roms. Trotz des gefeierten Auftakts an der Scala blieb Nerone im Repertoire selten: Die US-Erstaufführung fand erst 1982 konzertant in der Carnegie Hall statt.
