Über das Werk
Schauspiel in vier Akten von Maxim Gorki, im Winter 1901/02 geschrieben und im Dezember 1902 am Moskauer Künstlertheater unter der Regie Konstantin Stanislawskis uraufgeführt. Der Untertitel „Szenen aus der Tiefe“ verweist auf den Schauplatz, ein russisches Kellerasyl für Obdachlose; die deutschsprachige Erstaufführung folgte bereits am 23. Januar 1903 am Deutschen Theater Berlin.
Handlung
In der Absteige des Wirtsehepaars Kostylew und Wassilissa hausen Ausgestoßene ohne Aussicht auf ein besseres Leben – ein verarmter Baron, ein todkranker Schlosser, ein Dieb, eine Prostituierte, ein alkoholkranker Schauspieler. Der geheimnisvolle Wanderer Luka zieht ein und tröstet die Bewohner mit hoffnungsvollen Lügen über eine bessere Zukunft, ehe er ebenso plötzlich wieder verschwindet. Nach seinem Weggang zerbricht die kurze Hoffnung: Der Wirt wird erschlagen, eine Bewohnerin stirbt, der Schauspieler erhängt sich.
Kulturelle Bedeutung
Gorki stellte mit dem Stück erstmals Bettler, Diebe und Tagelöhner ins Zentrum eines europäischen Dramas und begründete damit seinen internationalen Ruf. Anton Tschechow warnte ihn nach der Lektüre scherzhaft, er werde damit seinen Ruf als Optimist verspielen; Gorki selbst distanzierte sich später von der tröstenden Figur Lukas, weil er deren Gefährlichkeit im Stück nicht scharf genug herausgearbeitet sah.
