Über das Werk
Dreiteiliges expressionistisches Stationendrama von August Strindberg, im schwedischen Original „Till Damaskus“. Die ersten beiden Teile entstanden 1898, der dritte erst 1904; die Uraufführung des ersten Teils fand am 19. November 1900 am Dramaten in Stockholm statt. Mit dem Werk vollzog Strindberg den Bruch von seiner naturalistischen Phase zu einer traumhaft-symbolistischen Form.
Handlung
Ein namenloser, gottloser Schriftsteller, „der Unbekannte“, irrt nach einer gescheiterten Flucht mit einer Frau durch eine Folge traumartiger Stationen, begegnet einem Bettler und einem Doppelgänger und erlebt Zusammenbruch und vorübergehende Heilung in einem Kloster. Immer wieder verfällt er neuem Hochmut, bis er am Ende ein klösterliches, entsagungsvolles Leben anstrebt.
Kulturelle Bedeutung
Der Schweizer Kritiker Bernhard Diebold bezeichnete „Nach Damaskus“ als „Mutterzelle des expressionistischen Dramas“, weil das Stück mit aufgelösten Figuren und einer traumhaften Stationenfolge das Formprinzip des expressionistischen Theaters vorwegnahm. Wegen seiner Länge und Komplexität wird die Trilogie im deutschsprachigen Theater meist in Auszügen oder als Einzelteile gespielt, etwa über den Bühnenvertrieb Suhrkamp Theater.
