Über das Werk
Nikolai Rimski-Korsakow komponierte „Mlada“ 1889/90 als eigenständige Ballettoper in vier Akten, nachdem ein gemeinsames Ballett-Opern-Projekt der „Mächtigen Handvoll“ – unter anderem mit César Cui, Alexander Borodin und Modest Mussorgski – 1872 am Tod Alexander Serows gescheitert war. Rimski-Korsakow griff auf das Libretto von Stepan Gedeonow aus jener Zeit zurück und bearbeitete es selbst. Die Uraufführung fand am 1. November 1892 am Mariinski-Theater in Sankt Petersburg unter Eduard Nápravník statt.
Handlung
Im baltischen Küstenland des 9./10. Jahrhunderts tötet die machtgierige Fürstin Woislawa ihre Rivalin Mlada, um deren Verlobten, Fürst Jaromir von Arkona, für sich zu gewinnen. Jaromir ahnt nichts von der Tat; mythologische Mächte – die Göttin Morena und in einer exotischen Traumvision der Schatten der Kleopatra – bedrängen ihn, bis Woislawas Schuld offenbar wird und er sie tötet. Die Seelen der beiden Liebenden Mlada und Jaromir vereinen sich.
Kulturelle Bedeutung
Die Uraufführung blieb erfolglos, die Oper verschwand rasch vom Spielplan des Mariinski-Theaters. Ihre Bühnenausstattung diente 1896 jedoch für Marius Petipas eigenständige Ballettfassung desselben Stoffs weiter. Rimski-Korsakow destillierte später eine fünfsätzige Orchestersuite aus der Partitur.