Über das Werk
Mithridate ist eine Tragödie in fünf Akten und Versen von Jean Racine, uraufgeführt am 13. Januar 1673 im Hôtel de Bourgogne in Paris, kurz nach Racines Aufnahme in die Académie française. Das Stück beruht auf der historisch verbürgten Auseinandersetzung des Königs Mithridates VI. von Pontos mit Rom, erweitert sie aber um eine von Racine erfundene Liebeshandlung.
Handlung
König Mithridate, ein alternder Gegner Roms, kehrt aus vermeintlicher Niederlage zurück und findet seine beiden Söhne Xipharès und Pharnace als Rivalen um seine Verlobte Monime vor. Eine falsche Nachricht von seinem Tod verleitet Xipharès und Monime, sich ihre Liebe zu gestehen; Pharnace verrät seinen Vater an Rom. Sterbend erfährt Mithridate von der wahren Liebe seines Sohnes, verzeiht und vereint die beiden, bevor er stirbt.
Kulturelle Bedeutung
Madame de Coulanges beschrieb die Wirkung am Hof mit den Worten, man weine und sei in „beständiger Bewunderung"; Ludwig XIV. ließ das Stück wiederholt vor dem Hof spielen. Zeitgenössische Kritik richtete sich weniger gegen die dramatische Kunst als gegen historische Ungenauigkeiten, etwa die frei erfundene Figur des Xipharès und die gesamte Liebeshandlung um Monime.
