Über das Werk
Minus 16 ist ein Tanzstück des israelischen Choreografen Ohad Naharin, das 1999 beim Nederlands Dans Theater uraufgeführt wurde und sich aus Ausschnitten früherer Arbeiten Naharins zusammensetzt. Der Titel spielt auf Naharins Faible für Zahlen an. Der Schöpfer der weltweit verbreiteten Bewegungssprache „Gaga" verbindet darin eine eklektische Musikauswahl – von kubanischen und israelischen Klängen über Cha-Cha-Cha bis Chopin – zu einem mitreißenden, lebensbejahenden Abend.
Handlung
Das Stück sprengt die Konventionen des Theaterabends: Schon während das Publikum noch die Plätze einnimmt, tanzt sich ein Solist bei offener Bühne furios die Seele aus dem Leib. Berühmtester Abschnitt ist der Stuhlkreis zum jüdischen Pessach-Lied „Echad Mi Yodea", in dem die in schwarze Anzüge gekleideten Tänzer im Halbkreis sitzend, wellenförmig auf- und abspringend singen und sich nach und nach ihrer Kleidung entledigen. Am Ende holen die Tänzer einzelne Zuschauerinnen und Zuschauer auf die Bühne und animieren sie zum Mittanzen, sodass das Stück in ausgelassener Turbulenz endet.
Kulturelle Bedeutung
Minus 16 zählt zu den bekanntesten und meistgespielten Werken Ohad Naharins und wird weltweit von führenden Compagnien getanzt. Es verkörpert die Philosophie der Gaga-Methode – das Hören auf den eigenen Körper, die Befreiung von festen Vorstellungen, die Verbindung zu Freude und Leidenschaft – und löst regelmäßig stehende Ovationen aus.
