Über das Werk
„Meister und Margarita“ ist eine Bühnenfassung von Lilja Rupprecht und Jörg Bochow nach Michail Bulgakows gleichnamigem Roman, den Bulgakow zwischen 1928 und seinem Tod 1940 schrieb, nachdem er ein erstes Manuskript 1930 verbrannt und ab 1931 neu verfasst hatte. Wegen der sowjetischen Zensur erschien der Roman erst 1966/67 stark gekürzt in der Zeitschrift „Moskwa“, eine ungekürzte Ausgabe kam 1967 im Pariser YMCA-Verlag heraus, in der Sowjetunion vollständig erst 1973. Ins Deutsche übertrug ihn zuerst Thomas Reschke (1968); die Dresdner Inszenierung nutzt die neuere Übersetzung von Alexander Nitzberg (2012). Rupprechts und Bochows Bühnenfassung wurde am 14. November 2026 im Schauspielhaus des Staatsschauspiels Dresden uraufgeführt, Regie führte Rupprecht selbst.
Handlung
Der Teufel Woland und sein Gefolge bringen im Moskau der 1930er-Jahre die selbstgerechte literarische und bürokratische Gesellschaft der Stadt durcheinander, während der nur „der Meister“ genannte Schriftsteller wegen seines Romans über Pontius Pilatus verfemt und in eine Nervenheilanstalt gebracht wird. Seine Geliebte Margarita geht mit Woland einen Pakt ein, um ihn zu retten, wird für eine Nacht zur Hexe und zur Gastgeberin von Satans Frühlingsball. In die Handlung eingebettet ist der Roman des Meisters über den Prokurator Pilatus, der gegen sein eigenes Gewissen über Jeschua Ha-Nozri urteilt.
Kulturelle Bedeutung
Der Roman gilt als eines der bedeutendsten russischen Werke des 20. Jahrhunderts und als schärfste literarische Satire auf sowjetische Bürokratie, Überwachung und Staatsatheismus; sein Satz „Manuskripte brennen nicht“ steht bis heute für die Widerstandskraft der Literatur gegen Zensur. Bulgakows Witwe Jelena bewahrte das Manuskript nach seinem Tod auf, und die Geschichte des Romans als Zensuropfer trug wesentlich zu seinem Ruf bei.