Über das Werk
„Mefistofele“ ist eine Oper in einem Prolog, vier Akten und einem Epilog von Arrigo Boito, der Libretto und Musik selbst nach Goethes „Faust“ schuf – seine einzige vollendete Oper. Die Erstfassung wurde am 5. März 1868 an der Mailänder Scala uraufgeführt und scheiterte; die grundlegend überarbeitete, bis heute gespielte Fassung erlebte am 4. Oktober 1875 im Teatro Comunale Bologna ihre erfolgreiche Premiere.
Handlung
Im Himmel wettet Mefistofele mit Gott, dass er die Seele des Gelehrten Faust gewinnen kann, und schließt darauf mit Faust einen Pakt. Mit Mefistofeles Hilfe verführt Faust die junge Margherita, die darüber in Schuld und Verzweiflung untergeht, während Faust später in einer klassischen Walpurgisnacht in Griechenland Helena begegnet. Im hohen Alter erkennt Faust, dass wahres Glück nur in Liebe und Hingabe liegt; im Sterben entwindet er sich Mefistofeles Zugriff und wird erlöst.
Kulturelle Bedeutung
Trotz des Misserfolgs von 1868 wurde „Mefistofele“ in der überarbeiteten Fassung zu Boitos einzigem vollendetem und international erfolgreichem Opernwerk und gehört bis heute zum Repertoire großer Opernhäuser. Boito, der als Librettist auch Giuseppe Verdis Spätwerke „Otello“ und „Falstaff“ mit Texten versah, gilt als einer der führenden Köpfe der italienischen Künstlerbewegung Scapigliatura.
