Über das Werk
Mavra ist eine komische Oper in einem Akt von Igor Strawinsky nach Alexander Puschkins Verserzählung „Das Häuschen in Kolomna“, mit einem Libretto von Boris Kochno. Sie zählt zu den ersten Bühnenwerken seiner neoklassizistischen Phase und ist Puschkin, Glinka und Tschaikowski gewidmet. Die Uraufführung fand am 3. Juni 1922 an der Pariser Opéra unter der Leitung von Grzegorz Fitelberg statt, inszeniert und choreografiert von Bronislava Nijinska für Sergei Diaghilews Ballets Russes.
Handlung
Um in der Nähe seiner Geliebten Parascha zu sein, verkleidet sich der Husar Wassili als Zofe namens Mavra und tritt in den Haushalt ihrer Mutter ein. Als die misstrauische Nachbarin die vermeintliche Zofe beim Rasieren überrascht, fliegt die Verkleidung auf, und die turbulente Verwechslungskomödie endet abrupt.
Kulturelle Bedeutung
Die intime, kammermusikalische Anlage des nur rund 25-minütigen Werks wirkte im Großraum der Pariser Opéra bei der Uraufführung verloren, weshalb Mavra dort zunächst durchfiel. Als frühes Zeugnis von Strawinskys Rückgriff auf ältere russische Operntraditionen gilt sie heute dennoch als wichtiges Gelenkstück auf dem Weg zu seinem Neoklassizismus.
