Über das Werk
Mathis der Maler ist Paul Hindemiths siebenszenige Oper über den Renaissance-Maler Matthias Grünewald und die Entstehung seines Isenheimer Altars. Hindemith schrieb Libretto und Musik zwischen 1933 und 1935 selbst; die Vor- und Zwischenspiele destillierte er vorab zur gleichnamigen Sinfonie, die Wilhelm Furtwängler am 12. März 1934 in Berlin uraufführte. Weil die NS-Kulturpolitik Hindemith daraufhin öffentlich angriff und Furtwängler deswegen zeitweise zurücktrat, kam die Oper erst am 28. Mai 1938 im Zürcher Stadttheater zur Uraufführung; in Deutschland war sie bis 1946 verboten.
Handlung
Im Mainz der Bauernkriege dient der Maler Mathis Kardinal Albrecht, hilft aber heimlich einem aufständischen Bauernführer zur Flucht und wird deshalb entlassen. Er schließt sich den Bauern an, erlebt deren Niederlage und gerät in eine Vision der Versuchung des heiligen Antonius, in der er an seiner Kunst und ihrem Sinn zweifelt. Aus dieser Krise gestärkt, vollendet er den Isenheimer Altar und stirbt versöhnt mit seinem Werk.
Kulturelle Bedeutung
Die reale „Affäre Hindemith" um die Sinfonie machte die Oper zum Sinnbild für Kunstfreiheit unter der NS-Diktatur, noch bevor sie überhaupt aufgeführt wurde. Bis heute wird die Sinfonie ungleich häufiger gespielt als die Oper selbst.