Über das Werk
Martha, oder Der Markt zu Richmond ist eine romantisch-komische Oper in vier Akten von Friedrich von Flotow auf ein Libretto von Friedrich Wilhelm Riese. Die Uraufführung fand am 25. November 1847 am Kärntnertortheater in Wien statt. Angesiedelt im England der Königin Anne, verbindet das Werk heitere Verwechslungskomödie mit empfindsamer Melodik. Flotow integrierte die irische Volksweise „The Last Rose of Summer" (Letzte Rose) so wirkungsvoll, dass sie zum melodischen Herzstück der Oper wurde. „Martha" gehörte über ein Jahrhundert zum Kernrepertoire der deutschen Opernhäuser und besticht durch eingängige Melodien und liebenswürdigen Humor.
Handlung
Aus Langeweile am Hofe verkleiden sich die adlige Lady Harriet und ihre Vertraute Nancy als einfache Mägde „Martha" und „Julia" und mischen sich unter das Treiben des Dienstbotenmarkts von Richmond. Übermütig verdingen sie sich bei den Pächtern Lyonel und Plunkett – ein Handschlag, der nach damaligem Brauch bindend ist. Auf dem Hof verlieben sich Lyonel in Martha und Plunkett in Julia, doch die Damen fliehen. Lyonel, von Liebeskummer überwältigt, wird beinahe wahnsinnig, bis sich herausstellt, dass er in Wahrheit der verschollene Erbe des Grafen von Derby ist. Nach allerlei Verwicklungen finden die Paare am Ende glücklich zusammen.
Kulturelle Bedeutung
„Martha" zählte zu den meistgespielten deutschen Opern des 19. Jahrhunderts und machte Flotow international berühmt. Die Tenorarie „Ach, so fromm" (in der italienischen Fassung als „M'appari" weltbekannt) wurde ein Glanzstück großer Tenöre von Caruso bis heute. Mit der Einbindung von „The Last Rose of Summer" schuf Flotow eine der bekanntesten Melodien der Opernliteratur. Auch wenn das Werk im 20. Jahrhundert seltener wurde, behauptet es seinen Platz als Inbegriff der gemütvollen Spieloper.
