Über das Werk
Magnus Garbe ist eine Tragödie in drei Akten von Gerhart Hauptmann, begonnen im Februar 1914 in Santa Margherita und im September 1915 auf Wiesenstein vollendet. Hauptmann hielt das Stück jahrzehntelang zurück; 1939 verwehrten die Nationalsozialisten dem Theater Baden-Baden aus „politischer Unzweckmäßigkeit“ eine geplante Aufführung. Erst nach Hauptmanns Tod kam es am 4. Februar 1956 im Düsseldorfer Schauspielhaus unter der Regie von Karl-Heinz Stroux zur Uraufführung.
Handlung
Um 1530 wird in einer reichsfreien deutschen Stadt der angesehene Bürgermeister Magnus Garbe zum Opfer der Inquisition, als seine schwangere Frau Felicia der Hexerei angeklagt wird. Trotz seiner Versuche, sie zu schützen, wird Felicia gefoltert und zum Tod verurteilt; in ihrer letzten gemeinsamen Nacht nehmen sich beide das Leben.
Kulturelle Bedeutung
Hauptmann verarbeitet in dem Stück seine langjährige Beschäftigung mit frühneuzeitlichen Hexenprozessen und, wie die Forschung annimmt, seine Erschütterung durch den Ersten Weltkrieg. Der Spiegel nannte es nach der Uraufführung 1956 „die bitterste Tragödie“ Hauptmanns.