Über das Werk
Les Plaideurs ist Racines einzige Komödie, ein Stück in drei Akten und Versen, uraufgeführt im November 1668 im Hôtel de Bourgogne in Paris als Antwort auf Molières „L'Impromptu de Versailles". Racine griff Motive aus Aristophanes' antiker Komödie Die Wespen auf, verlagerte den Stoff aber von der athenischen Prozesssucht auf die Marotte eines Einzelnen: einen Richter, der um jeden Preis Recht sprechen will.
Handlung
Der Richter Perrin Dandin will Tag und Nacht Recht sprechen, sodass ihn sein Sohn im eigenen Haus einsperrt, um ihn vom Richten abzuhalten. Um ihn zu beschäftigen, inszeniert die Dienerschaft einen possenhaften Scheinprozess: Ein Hund wird angeklagt, einen Kapaun gestohlen zu haben, und mit vollem juristischem Ernst verurteilt. Die groteske Gerichtsposse löst am Ende auch die Liebesgeschichte von Dandins Tochter Isabelle auf.
Kulturelle Bedeutung
Die ersten Pariser Aufführungen enttäuschten offenbar manche Juristen, die sich verspottet fühlten; im Dezember 1668 spielte die Truppe das Stück jedoch erfolgreich vor dem Hof in Versailles. Bis ins 19. Jahrhundert wurde Les Plaideurs mit rund 1.224 Aufführungen zu Racines meistgespieltem Stück an der Comédie-Française, ehe es nach 1950 fast aus dem Repertoire verschwand.
