Les Noces
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Les Noces

Igor Strawinsky
Ballett · 1923
Klassiker

Über das Werk

Les Noces ist Igor Strawinskys „russische choreographische Szenen mit Gesang und Musik“ für vier Solostimmen, gemischten Chor, vier Klaviere und Schlagzeug – bewusst ohne konventionelles Orchester besetzt. Strawinsky begann die Komposition 1914 und stellte die endgültige Instrumentierung erst 1923 fertig; die Uraufführung fand am 13. Juni 1923 im Théâtre de la Gaîté-Lyrique in Paris statt, mit der Choreografie von Bronislava Nijinska und Bühnenbild von Natalia Gontscharowa für Sergei Diaghilews Ballets Russes.

Handlung

Das Werk zeigt in vier Bildern die Stationen einer russischen Bauernhochzeit: die Einkleidung und den Segen der Braut, die Verabschiedung des Bräutigams durch seine Familie, den Aufbruch der Braut aus dem Elternhaus und schließlich das Hochzeitsfest. Anstelle individueller Figuren stehen ritualisierte Chor- und Tanzszenen im Zentrum, die auf russischen Volksbräuchen beruhen.

Kulturelle Bedeutung

Mit ihrer kargen, perkussiven Besetzung ohne Streicher oder Bläser gilt Les Noces als eines der radikalsten Werke der Ballets Russes und als Bruch mit der dekorativen Klangsprache früherer Diaghilew-Produktionen. Nijinskas strenge, blockartige Choreografie ohne individualisierte Rollen wird bis heute als Gegenentwurf zum narrativen Ballett des 19. Jahrhunderts aufgeführt.

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