Über das Werk
„Les Enfants terribles“ ist eine getanzte Kammeroper von Philip Glass für vier Singstimmen und drei Klaviere nach Jean Cocteaus gleichnamigem Roman von 1929; auch Jean-Pierre Melvilles Verfilmung von 1950 diente als Vorlage. Das französischsprachige Libretto schrieb Glass zusammen mit der amerikanischen Choreografin Susan Marshall. Die Uraufführung, ein Auftrag des Tanzfestivals „Steps“ des Migros-Kulturprozents, fand am 18. Mai 1996 im Theater Casino Zug statt; Sängerinnen und Sänger teilen sich die Bühne mit acht Tänzerinnen und Tänzern.
Handlung
Die Geschwister Paul und Elisabeth verlieren ihre Eltern und ziehen sich in ihrer Pariser Wohnung in eine abgeschlossene, nur ihnen verständliche Spielwelt zurück. Als Elisabeth zu Vermögen kommt und beide umziehen, verliebt sich Paul in Agathe, die dem von ihm einst verehrten Mitschüler Dargelos gleicht. Elisabeth sieht ihre Zweisamkeit bedroht und greift mit fatalen Folgen ein, sodass Paul der Welt seiner Kindheit nicht entkommt.
Kulturelle Bedeutung
Das Werk schließt Glass’ Cocteau-Trilogie nach „Orphée“ (1993) und „La Belle et la Bête“ (1994) ab. Statt eines Orchesters begleiten drei Klaviere das Geschehen, und Gesang und Tanz erzählen die Handlung abwechselnd; eine Studioaufnahme mit der Uraufführungsbesetzung erschien 2005 bei Orange Mountain Music.