Über das Werk
Die Banditen (frz. Les Brigands) ist eine Opéra-bouffe in drei Akten von Jacques Offenbach auf ein Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy. Die Uraufführung fand am 10. Dezember 1869 am Théâtre des Variétés in Paris statt. In dem satirischen Werk treibt Offenbach seinen Spott über Politik, Finanzwelt und Obrigkeit auf die Spitze: Banditen, korrupte Höflinge und tölpelhafte Gendarmen sind hier kaum zu unterscheiden, und die eigentlichen Diebe sitzen oft in den Amtsstuben. Mit funkelnder Melodik und beißendem Witz gehört „Die Banditen" zu den geistreichsten Operetten Offenbachs.
Handlung
Die Räuberbande des Falsacappa lebt vom Überfall, doch die Geschäfte gehen schlecht. Als Falsacappas Tochter Fiorella sich in einen jungen Mann verliebt, verquickt sich die private mit der großen Intrige: Die Banditen wollen die Mitgift einer Prinzessin abfangen, die zwischen zwei Höfen ausgehandelt wird. In immer neuen Verkleidungen – als Bettler, als Gesandtschaft, als Wirtsleute – mischen sie sich unter Hof und Soldateska. Am Ende stellt sich heraus, dass die Staatskasse längst von den „ehrbaren" Herrschaften geplündert wurde, und die Banditen kommen mit einem ironischen Augenzwinkern davon.
Kulturelle Bedeutung
„Die Banditen" ist eine der schärfsten Gesellschaftssatiren Offenbachs und nimmt mit ihrem berühmten Refrain über die stets „zu spät" kommenden Gendarmen Behörden und Bürokratie aufs Korn. Das Werk beeinflusste die Tradition der komischen Oper und der musikalischen Satire weit über Frankreich hinaus. Nach wechselhafter Rezeption wird „Die Banditen" heute wieder gern gespielt, weil ihr Spott über Korruption und Doppelmoral nichts von seiner Aktualität verloren hat.
