Über das Werk
Opéra lyrique in drei Akten von Luigi Cherubini nach einem Libretto von Étienne de Jouy, das auf Jean-Pierre Claris de Florians Roman „Gonzalve de Cordoue" (1791) beruht. Die Uraufführung fand am 6. April 1813 in der Salle Montansier der Pariser Oper statt, in Anwesenheit Napoleons und seiner Frau Marie-Louise; die musikalische Leitung hatte Louis-Luc Loiseau de Persuis. Cherubini kehrte damit nach zehnjähriger Pause zur Bühnenkomposition für die Pariser Oper zurück.
Handlung
Im maurischen Granada des 15. Jahrhunderts wird der siegreiche Feldherr Almanzor vom rivalisierenden Geschlecht der Zégris verleumdet: Sie stehlen die heilige Fahne Granadas und schieben ihm die Schuld zu. Der kastilische Ritter Gonzalve deckt die Verschwörung im Zweikampf auf, sodass Almanzor rehabilitiert wird und seine Verlobte Noraïme heiraten kann.
Kulturelle Bedeutung
Die Uraufführung war nur ein Achtungserfolg und brachte es auf rund zwanzig Vorstellungen; nach dem Ende des Kaiserreichs geriet das Werk in Vergessenheit. Mit seinem ausgedehnten Chor- und Ballettapparat sowie der engen Verzahnung von Liebesgeschichte und historischem Stoff gilt „Les Abencérages" als früher Wegbereiter der französischen Grand opéra. Erst eine Produktion beim Maggio Musicale Fiorentino 1957 unter Carlo Maria Giulini lenkte neue Aufmerksamkeit auf das Werk.
