Über das Werk
Le siège de Corinthe ist eine Tragédie lyrique in drei Akten von Gioachino Rossini nach einem Libretto von Luigi Balocchi und Alexandre Soumet – eine grundlegend französische Neufassung seiner 1820 in Neapel uraufgeführten Oper Maometto II. Sie war Rossinis erstes Werk für die Pariser Opéra und wurde am 9. Oktober 1826 am Théâtre de l'Académie Royale de Musique uraufgeführt.
Handlung
Der osmanische Sultan Mahomet II. belagert 1459 das griechische Korinth. Der Stadthalter Cléomène will seine Tochter Pamyra mit dem griechischen Offizier Néoclès vermählen, doch sie liebt heimlich Mahomet. Um Néoclès zu schützen, gibt sie ihn als ihren Bruder aus; als die Stadt sich zum letzten Widerstand erhebt, folgt Pamyra dem Ruf ihres Vaters und kehrt zu den kämpfenden Griechen zurück, während Korinth im Kampf untergeht.
Kulturelle Bedeutung
Das Sujet traf 1826 mitten im griechischen Unabhängigkeitskrieg (1821–1829) den philhellenischen Zeitgeist im Paris der Restauration und wurde als Solidaritätsbekundung mit dem griechischen Freiheitskampf verstanden. Mit dem Werk begann Rossinis Wendung zur französischen Grand opéra, die er mit Le comte Ory und Guillaume Tell fortsetzte.
