Über das Werk
Einaktige Opéra comique von Jules Massenet nach einem Libretto von Georges Boyer, uraufgeführt am 8. Mai 1894 an der Opéra-Comique in Paris. Massenet schrieb das Werk als kurze, nostalgische Fortsetzung seines zehn Jahre älteren Erfolgswerks „Manon“ und griff darin musikalische Motive der Vorgängeroper wieder auf.
Handlung
Der gealterte Chevalier des Grieux lebt zurückgezogen und in Erinnerungen an die verstorbene Manon versunken. Seinem Mündel Jean will er die Heirat mit der jungen Aurore verweigern, um ihn vor Liebesleid zu bewahren. Erst als Aurore in Manons einstigem Kostüm vor ihn tritt und sich als deren Nichte zu erkennen gibt, gibt Des Grieux seinen Widerstand auf.
Kulturelle Bedeutung
Als Epilog zu einer der meistgespielten französischen Opern des späten 19. Jahrhunderts blieb das kurze Werk stets im Schatten seiner Vorlage und wird bis heute nur selten gespielt; in der Massenet-Rezeption gilt es aber wegen seiner motivischen Rückgriffe auf „Manon“ als reizvolle Petitesse.