Über das Werk
Opéra comique in drei Akten von Charles Gounod nach Molières gleichnamiger Komödie, mit einem Libretto von Jules Barbier und Michel Carré, das Molières Dialoge weitgehend unverändert übernimmt und nur die gesungenen Partien neu dichtet. Die Uraufführung fand am 15. Januar 1858 – Molières Geburtstag – am Théâtre-Lyrique in Paris statt.
Handlung
Der Holzfäller Sganarelle wird von seiner zornigen Frau aus Rache als vermeintlich genialer, aber schrulliger Arzt ausgegeben. Er soll die angeblich stumme Tochter des reichen Géronte, Lucinde, heilen, die ihr Leiden nur vortäuscht, um eine unerwünschte Heirat zu vermeiden. Durch Sganarelles tollpatschige Behandlung kommt heraus, dass Lucinde in Wahrheit den mittellosen Léandre liebt; als dieser unverhofft zu einem Erbe kommt, gibt Géronte seinen Segen, und der falsche Doktor verhilft dem jungen Paar zum glücklichen Ende.
Kulturelle Bedeutung
Weil die Comédie-Française gegen die Übernahme des Molière-Texts protestierte, kam die Aufführung nur nach Fürsprache von Prinzessin Mathilde zustande. Das Werk wurde Gounods erster großer Bühnenerfolg, erreichte bis 1870 rund 142 Vorstellungen und gehörte ab 1872 fest zum Repertoire der Opéra-Comique.
