Über das Werk
Miracle (geistliches Spiel) in drei Akten von Jules Massenet nach Anatole Frances Erzählung „Le jongleur de Notre-Dame“ (1892), mit einem Libretto von Maurice Léna. Die Uraufführung fand am 18. Februar 1902 an der Opéra de Monte-Carlo statt.
Handlung
Der fahrende Gaukler Jean tritt in ein Kloster ein, findet dort aber keinen Zugang zu Gesang oder Gebet der Mönche. Aus Verzweiflung, der Muttergottes nichts anderes bieten zu können, jongliert er nachts heimlich vor ihrer Statue. Als die Mönche ihn dabei entdecken und der Blasphemie beschuldigen wollen, erwacht die Statue zum Leben und segnet Jean, der daraufhin in Gnade stirbt.
Kulturelle Bedeutung
Massenet besetzte das Werk bewusst ausschließlich mit Männerstimmen – nur die stumme Marienstatue ist weiblich –, um seinem Ruf als Komponist zu widersprechen, der stets eine Sängerin als Muse brauche. Ironischerweise machte in den USA die Sopranistin Mary Garden die Titelpartie des Jean in Hosenrolle bis in die 1930er Jahre populär. Bis 1950 zählte die Opéra-Comique mehr als 350 Vorstellungen.
