Über das Werk
Lalovavi ist eine afrofuturistische Grand Opera in drei Akten mit der Musik von Kevin Day und einem Libretto von Tifara Brown – für beide das erste Bühnenwerk dieser Art. Das Stück entstand als erstes von drei Werken im Rahmen des „Black Opera Project" der Cincinnati Opera, einer millionenschweren, maßgeblich von der Mellon Foundation geförderten Initiative, die Schwarze Künstlerinnen und Künstler beauftragt, neue Opern über afroamerikanische Geschichte und Gegenwart zu schaffen. Über mehrere Jahre wurde Lalovavi im Werkstattformat „Opera Fusion: New Works" von Cincinnati Opera und dem CCM entwickelt. Die Uraufführung fand am 9. und 11. Juli 2026 in der Cincinnati Music Hall statt; Kevin Miller dirigierte das Cincinnati Symphony Orchestra, die Titelpartie sang Brittany Olivia Logan. Das primär englischsprachige Werk verwendet zusätzlich Tut (Tutnese) – eine von versklavten Afroamerikanern entwickelte Geheimsprache; „lalovavi" ist das Tut-Wort für „Liebe".
Handlung
Die Handlung spielt rund 400 Jahre in der Zukunft, im Jahr 2119, in der Stadt Atlas – dem früheren Atlanta. In Atlas bemessen sich Rang und Währung an einem seltenen Gen namens Syndica, das Vitalität und Langlebigkeit verleiht. Persephone, die jüngste Tochter des Primus (Herrschers) von Atlas, entdeckt, dass sie eine Variante dieses Gens trägt, die Unsterblichkeit verleiht. Von der eigenen Familie verraten, muss sie um ihr Leben fliehen. Ihre Flucht führt sie in eine fremde Wildnis mit sprechenden Kreaturen und biolumineszenten Wäldern und wird zur epischen Selbstfindungsreise: Persephone deckt eine verborgene Vergangenheit auf, reift zur Kriegerin und Befreierin – zur „Lalovavi" von Atlas – und begreift die wahre Bedeutung der Liebe wie auch die Macht, ihr eigenes Schicksal zu bestimmen.
Kulturelle Bedeutung
Lalovavi gilt als eine der ersten Grand Operas überhaupt zu einem afrofuturistischen Thema und markiert den Auftakt des „Black Opera Project" der Cincinnati Opera – eines der ambitioniertesten Vorhaben einer US-Opernkompanie, afroamerikanische Stoffe und ihre Schöpfer ins Zentrum zu stellen. Angestoßen wurde das Projekt aus Gesprächen um den Bassbariton Morris Robinson, der beklagte, dass es kaum Opern gebe, die afroamerikanische Kultur positiv, modern und selbstbestimmt zeigen. Für Kevin Day – einen vielfach ausgezeichneten Komponisten, Dirigenten und Jazzpianisten – ist es das Operndebüt; seine Partitur verbindet Jazz, zeitgenössische Klassik, R&B und Soul. Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Einbindung des Tut: Indem die Oper diese aus dem Widerstand gegen die Sklaverei entstandene Sprache auf die große Bühne bringt, verknüpft sie Zukunftsvision und kulturelles Gedächtnis – ein zentrales Anliegen afrofuturistischen Erzählens.