Über das Werk
Opera semiseria in zwei Akten von Gaetano Donizetti nach einem Libretto von Andrea Leone Tottola, uraufgeführt am 12. Mai 1822 am Teatro Nuovo in Neapel. Vorlage war Louis-Charles Caigniez' Melodram „La petite bohémienne“ (1816), das seinerseits auf August von Kotzebues Schauspiel „Die kleine Zigeunerin“ zurückgeht; es war Donizettis erste eigens für Neapel komponierte Oper.
Handlung
Die Zigeunerin Argilla nutzt ihre Rolle als Wahrsagerin, um sich Zugang zu einem Schloss zu verschaffen, in dem der unschuldig gefangene Don Sebastiano festgehalten wird. Sie befreit ihn, vereitelt einen Mordanschlag und bringt die getrennten Liebenden Ines und Fernando zusammen – am Ende stellt sich heraus, dass sie selbst Sebastianos verschollene Tochter ist.
Kulturelle Bedeutung
Das Werk wurde bei der Uraufführung mit rund 50 Vorstellungen im selben Jahr zu einem der größten frühen Erfolge Donizettis; Vincenzo Bellini lobte besonders das Septett des zweiten Akts, dessen Anlage später Donizettis berühmtes Sextett in „Lucia di Lammermoor“ vorwegnahm. Heute zählt „La zingara“ zu den selten gespielten Werken seines Frühwerks.
