Über das Werk
La Fiamma („Die Flamme") ist eine Oper in drei Akten von Ottorino Respighi auf ein Libretto von Claudio Guastalla nach dem Schauspiel „Anne Pedersdotter" von Hans Wiers-Jenssen. Die Uraufführung fand 1934 am Teatro Reale dell'Opera in Rom statt. Respighi, berühmt für seine farbprächtige Orchestrierung, verlegt die Handlung ins byzantinische Ravenna und entfaltet ein düsteres Drama um Begehren, Hexerei und Schuld.
Handlung
Silvana, die junge Frau des alternden Exarchen Basilio, lebt unfrei unter der strengen Aufsicht ihrer Schwiegermutter Eudossia. Als ihr Stiefsohn Donello zurückkehrt, entbrennt Silvana in verbotener Liebe. Sie entdeckt, dass sie – wie einst ihre als Hexe verbrannte Mutter – die geheime Gabe besitzt, Begehren zu entfachen. Mit dieser „Flamme" gewinnt sie Donello; Basilio aber stirbt vor Entsetzen, als er die Wahrheit ahnt. Vor Gericht der Hexerei angeklagt, wird Silvana von Donello selbst verleugnet und verraten; einsam dem Tod überantwortet, erlischt ihre Flamme.
Kulturelle Bedeutung
La Fiamma war Respighis größter Bühnenerfolg und international seine meistgespielte Oper. Das Werk verbindet die orchestrale Pracht der „Pini di Roma" mit dramatischer Wucht und byzantinischem Kolorit. Nach Jahrzehnten relativer Vergessenheit wird es heute wieder entdeckt – zuletzt prominent an der Deutschen Oper Berlin – und als eindrucksvolles Beispiel italienischer Oper zwischen Spätromantik und Moderne gewürdigt.
