Über das Werk
Die Kameliendame ist ein Ballett in einem Prolog und drei Akten von John Neumeier nach Alexandre Dumas' Roman „Die Kameliendame". Neumeier zeichnet auch für das Libretto verantwortlich; als Musik verwendet er ausschließlich Klavierwerke Frédéric Chopins. Die Uraufführung fand am 4. November 1978 durch das Stuttgarter Ballett statt, mit Marcia Haydée in der Titelrolle, der Neumeier das Werk widmete.
Handlung
Nach dem Tod der Kurtisane Marguerite Gautier wird ihre Habe versteigert. In einer Reihe von Rückblenden aus wechselnden Perspektiven – Armands, seines Vaters und Marguerites – entfaltet sich die Geschichte ihrer verzweifelten Liebe zum jungen Armand Duval, die an gesellschaftlichen Zwängen und Marguerites Lungenkrankheit zerbricht. Neumeier spiegelt ihr Schicksal kunstvoll im „Bühnenschicksal" eines weiteren tragischen Liebespaares, Manon Lescaut und des Chevalier des Grieux.
Kulturelle Bedeutung
Die Kameliendame gilt als eines der bedeutendsten Handlungsballette des 20. Jahrhunderts und zählt zu Neumeiers meistgespielten Werken; am Nationaltheater München feierte es seine 100. Aufführung. Dumas' Roman „La Dame aux Camélias" (1848) inspirierte auch Verdis Oper „La Traviata" – beide Werke erzählen denselben Stoff in unterschiedlichen Gattungen.