Über das Werk
L’isola disabitata ist eine einaktige Cantata seria (azione teatrale) von Giovanni Paisiello nach dem Libretto, das Pietro Metastasio 1753 für den Namenstag des spanischen Königs Ferdinand VI. am Hof von Aranjuez verfasst hatte. Paisiellos Vertonung wurde am 3. Juli 1799 am Teatro de São Carlos in Lissabon uraufgeführt.
Handlung
Der Adlige Gernando strandet mit seiner Frau Costanza und deren Schwester Silvia auf einer einsamen Insel, als ihr Schiff auf dem Weg nach Amerika untergeht. Piraten verschleppen Gernando, während die Schwestern sich verstecken und von der Mannschaft für ebenfalls gefangen gehalten werden. Nach dreizehn Jahren Sklaverei kehrt Gernando mit seinem Gefährten Enrico zurück, findet Costanza und Silvia auf der Insel wieder, und ein Schlussquartett feiert die Beständigkeit der Liebe.
Kulturelle Bedeutung
Metastasios Text zählt zu den meistvertonten Libretti des 18. Jahrhunderts; mehr als dreißig Komponisten, darunter Giuseppe Bonno (Uraufführung 1753), Niccolò Jommelli und – am bekanntesten – Joseph Haydn (1779), schrieben eigene Fassungen. Paisiellos 1799 in Lissabon entstandene Vertonung gehört zu den letzten Vertonungen dieses Stoffs am Ausklang der Metastasianischen Opera-seria-Tradition.