Über das Werk
Komödie der Verführung ist ein Bühnenstück in drei Akten von Arthur Schnitzler. Erste Notizen zu dem Stoff reichen bis in die 1880er Jahre zurück, ab 1904 arbeitete Schnitzler ihn als Novelle unter dem Titel „Verführung“ aus; die endgültige Fassung des dritten Akts schloss er erst im Oktober 1923 ab. Die Uraufführung fand am 11. Oktober 1924 am Wiener Burgtheater unter der Regie von Hans Brahm statt, im selben Jahr erschien das Stück bei S. Fischer in Berlin.
Handlung
Zwischen Mai und August 1914 geht der vom väterlichen Erbe lebende Max drei Liebschaften ein: mit der bereits verlobten Gräfin Aurelie von Merkenstein, mit der selbstbewussten Sängerin Judith Asrael, die ihm eine einzige Liebesnacht abverlangt, und mit der aufstrebenden Geigerin Seraphine, die ihm erst am Tag der Kriegserklärung ihre Schwangerschaft gesteht. Während die Wiener Gesellschaft den nahenden Krieg als „Jungbrunnen“ bejubelt, treiben Eifersucht, Standesdünkel und ein altes Duell die Figuren einem tragischen Ende zu.
Kulturelle Bedeutung
Als Zeitstück über die Ahnungslosigkeit der Wiener Gesellschaft am Vorabend des Ersten Weltkriegs zählt das Werk zu Schnitzlers umfangreichsten Bühnenstücken; Robert Musil kritisierte in seiner Besprechung der Uraufführung 1924 allerdings die ständige Indirektheit von Form und Sprache.